Jan23rd

Das englische Insolvenzverfahren im Vereinigten Königreich

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Insolvenz in England

Die Insolvenz in England wird zunehmend häufiger auch deutschen Schuldnern vorgeschlagen. Grund dafür sind die einfacheren Verfahrensregeln, sowie die kürzere Verfahrensdauer. Mitunter können deutsche Schuldner im Vereinigten Königreich bereits nach etwa 18 Monaten schuldenfrei sein, wenn sie sich für das englische Insolvenzverfahren entscheiden. Dass es dabei allerdings auch einige tiefe Einschnitte in das Privatleben zu berücksichtigen gibt, das vergisst man gerne einmal. Dabei müssen Schuldner, die das englische Insolvenzverfahren durchlaufen, durchaus Opfer innerhalb der Insolvenz bringen. So ist generell der eigene Wohnsitz nach England zu verlegen, ein Wohnsitz in Deutschland muss aufgegeben werden.

Selbstverständlich gilt auch bei der Insolvenz in England, dass der Schuldner seine Schulden soweit wie möglich abtragen muss. Dass die Freigrenzen im Vereinigten Königreich von Großbritannien dabei höher liegen, als in Deutschland, hängt mit den höheren Lebenshaltungskosten in Großbritannien zusammen und kann somit nicht per se als Vorteil der englischen Insolvenz angesehen werden, auch wenn es oftmals so dargestellt wird. Ebenfalls muss vorhandenes Vermögen verwertet werden, um die Gläubiger zu bedienen. Lediglich bei der Wohlverhaltensperiode ist der Vorteil der englischen Insolvenz eindeutig, denn diese beträgt in der Regel nur zwölf Monate. Danach kann die Restschuldbefreiung erteilt werden.

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Jan19th

Vorteile von einem englischen Insolvenzverfahren

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Insolvenz in England

Das Englische Insolvenzverfahren bietet Schuldner in der Tat viele Vorteile. So müssen deutsche Schuldner, die das klassische Verbraucherinsolvenzverfahren in Deutschland durchführen, eine Wohlverhaltensperiode von mehr als sechs Jahren durchlaufen. Während dieser Zeit steht ihnen nur das Existenzminimum zum Leben zu. Erst nach Ablauf dieser vielen Jahre kann die lange ersehnte Restschuldbefreiung erteilt werden, allerdings auch nur, wenn innerhalb der deutschen Insolvenz keine Gründe zur Verwehrung der Restschuldbefreiung im Wege stehen. Bei der englischen Insolvenz im Vereinigten Königreich sieht es anders aus. Hier beträgt die Wohlverhaltensperiode mit zwölf Monaten nur einen Bruchteil der deutschen Wohlverhaltensperiode. Die Restschuldbefreiung wird vergleichsweise zügig erteilt.

Ebenfalls sind Schuldner, die ein englisches Insolvenzverfahren durchlaufen, vom Tag der Antragstellung an vor dem Zugriff deutscher Gläubiger oder Gerichtsvollzieher auf ihr Einkommen geschützt. Generell müssen aber auch in England Schulden soweit möglich beglichen werden. Dabei gelten ebenfalls Pfändungsfreigrenzen, jedoch werden diese in England sehr viel höher als in Deutschland angesetzt. Da aber genauso die Lebenshaltungskosten in England höher liegen, als in Deutschland, ist fraglich ob diese höheren Freigrenzen unbedingt als gravierender Vorteil anzusehen sind.

Aufgrund der unterbleibenden Zugriffe auf das eigene Vermögen seitens deutscher Gläubiger und Gerichtsvollzieher fällt von vielen Schuldnern im Rahmen des englischen Insolvenzverfahrens ein großer Druck ab. Sie können entspannter durch das Leben gehen und sich dem Aufbau einer Zukunft widmen, sei es nun mit der Eröffnung eines eigenen Geschäfts oder Unternehmen, oder indem sie versuchen, im Angestelltenverhältnis die Karriereleiter zu erklimmen. Für diesen Aufbau der eigenen Zukunft haben sie aufgrund des geringeren psychischen Drucks mehr Nerven, so dass sie bessere Chancen haben, erfolgreich etwas aufzubauen. Zudem können sie bei der englischen Insolvenz im Vereinigten Königreich innerhalb kurzer Zeit mit der Restschuldbefreiung rechnen.

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Jan18th

Nachteile von einem englischen Insolvenzverfahren

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Insolvenz in England

Doch trotz aller Vorteile, die das englische Insolvenzverfahren zu bieten hat, sollten ebenso wenig die Nachteile außer Acht gelassen werden. Zunächst einmal gelten strenge Regeln, damit ein englisches Insolvenzverfahren überhaupt durchlaufen werden kann. Der eigene Wohnsitz und damit auch der Lebensmittelpunkt muss nach England verlegt werden. Das heißt, die Wohnung oder das Haus in Deutschland sind aufzugeben. Ebenso ist die bisherige Arbeit aufzugeben, man muss also in England noch einmal ganz von vorne anfangen. Wer sich nun denkt, es reiche aus, sich lediglich ein Zimmer im Vereinigten Königreich von Großbritannien zu mieten, aber nie vor Ort zu sein, der täuscht sich gewaltig. Es wirkt zuerst einmal sehr unglaubwürdig, wenn man zwar ein Zimmer in England mietet, aber nie vor Ort im Vereinigten Königreich ist. Und diese Unglaubwürdigkeit kann auch ein Versagungsgrund für die Restschuldbefreiung sein, die ja das erklärte Ziel der englischen Insolvenz darstellt.

Der zweite wichtige Punkt ist, dass auch eine Arbeit im Vereinigten Königreich von Großbritannien aufgenommen werden muss. Dabei ist es zunächst nötig, sich eine englische Sozialversicherungsnummer zu beschaffen. Diese muss bei den zuständigen Behörden in England beantragt werden, wobei ein persönlicher Termin nötig ist. Die Arbeitsaufnahme kann dann im Angestelltenverhältnis oder auch auf selbstständiger Basis erfolgen. Wichtig ist, dass diese das zweite entscheidende Kriterium dafür ist, das dem Antrag auf ein englisches Insolvenzverfahren überhaupt stattgegeben wird. Zusätzlich darf der Antrag nicht zu schnell gestellt werden. Erfahrene Experten empfehlen eine Wartezeit von etwa sechs Monaten nach dem Umzug, da die Schuldner sonst wieder unglaubwürdig wirken, was die Versagung der englischen Insolvenz zur Folge haben könnte.

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Jan17th

Fazit über das Insolvenzverfahren in England

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Insolvenz Anwalt für England

Das Insolvenzverfahren in England bietet dem Schuldner eine Reihe von Vorteilen, birgt aber genauso einige Risiken in sich. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Entscheidung für diese Form der Insolvenz nicht vorschnell zu treffen, sondern vielmehr gründlich zu überdenken. Die Begleitung beim Schritt in die englische Insolvenz durch einen versierten Fachanwalt ist unbedingt anzuraten. Schließlich kennt sich ein spezialisierter Rechtsanwalt mit dem Prozedere vor Ort sehr gut aus und kann dem Mandanten auch in vielen anderen Fragen hilfreich zur Seite stehen. Wenn allerdings diese Vorüberlegungen getroffen sind, bringt die englische Insolvenz dem Schuldner sehr viel. Kaum in einem anderen Land kann er so schnell schuldenfrei werden, wie in England. Ein Zeitplan von etwa eineinhalb Jahren sollte eingerechnet werden. Dafür muss man der einstigen Heimat allerdings den Rücken kehren, was einer der größten Nachteile bei der englischen Insolvenz ist.

Übrigens: Viele Schuldner haben während der englischen Insolvenz allerdings bemerkt, dass es sich in England gut leben lässt und sind gleich dort geblieben. Dennoch kann man nach dem Abschluss des Verfahrens genauso wieder nach Deutschland ziehen. Vorsicht ist allerdings bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts geboten. Wer sofort nach dem eigentlichen Verfahren, also während die Wohlverhaltensperiode noch läuft, zurückkehrt nach Deutschland, der wirkt unglaubwürdig und gefährdet damit seine ersehnte Restschuldbefreiung. Deshalb sollte man idealerweise mit dem Rückzug aus dem Vereinigten Königreich von Großbritannien bis nach der Restschuldbefreiung warten. Das rät nicht nur der versierte Anwalt, sondern dies wir auch immer wieder von ehemaligen Schuldnern bestätigt, welche die Restschuldbefreiung schon in England durchlaufen haben.

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